Verreinschronik
In den Vereinsrichtlinien wurde festgelegt, dass nur aktive unverheiratete Burschen, sittlich und unmoralisch einwandfrei, dem Verein beitreten durften. Bei Heirat erlöschte automatisch die Mitgliedschaft. In den Gründungsjahren nahm man aus finanziellen Gründen jedoch auch verheiratete Mitglieder auf.
Bereits 1907 am Stefanustag wurde das erste Theaterstück aufgeführt. An Einnahmen konnten mit einer Christbaumversteigerung 51,61 Goldmark erzielt werden.
Ein Jahr nach der Gründung, am 31.03.1908, wurde die erste Burschenfahne geweiht. Am Tag der Fahnenweihe, welche durch Herrn Pfarrer Brock (Wagenhofen) vorgenommen wurde, zählte der Verein 24 ordentliche und 27 außerordentliche (verheiratete) Mitglieder.
Vom Tag der Vereinsgründung bis zum Juli 1914 herrschte im Burschenverein, so liest man in der Chronik, mustergültiges Leben Leben und Treiben. Jährlich wurden zwei Gerneralkommunionen abgehalten, auch an Exerzitien nahmen regelmäßig einige Mitglieder teil. Zu Weihnachten und Fasching spielte man Theater. Bei den monatlich stattfindenden Versammlungen waren alle Mitglieder anwesend.
Während des ersten Weltkrieges litt das Vereinsleben stark darunter, dass zahlreiche Mitglieder in den Krieg ziehen mussten. Nach dem Krieg war es Pfarrer Eicher, der den Verein wieder zu beleben versuchte. Zunächst nur mit geringem Erfolg, denn ständig wechselnde Vorstandschaften und geringe Mitgliederzahlen beutelten den Burschenverein.
So wurden 1922 noch ganze 4 Mitglieder aus der eigenen Pfarrei gezählt. Es waren Max Mayr (Leigerbaur), Xaver Schoder, Johann Mehringer und Paul Meier. Paul Meier war es auch, der schließlich wieder Leben in den Verein brachte.
Während dieser Zeit wurden die Burschenvereine der Umgebung zu Gauen zusammengefasst. Unser Gau hieß "Pfalz Donaumoos Gau". Ihm gehörten neben dem Hollebacher noch die Vereine aus Rohrenfels, Ludwigsmoos, Klingsmoos, Buch-Holzkirchen und Ehekirchen an. 1928 nahm unser Verein am 25-jährigen Verbandjubiläum in Altötting teil. Über 3500 Burschen aus 175 Vereinen waren mit ihren Fahnen zu diesem Jubiläum gekommen.
1932 konnte das 25-jährige Gründungsjubiläum begangen werden. 12 Gastvereine nahmen am Festgottesdienst teil und feierten danach mit dem Hollenbacher Jubelverein.
Ab 1933 machte sich der Einfluss des Hitlerregimes bemerkbar. Die Vereinstätigkeit wurde zunehmend erschwert. Mit Müh und Not spielte man Ende 1934 das letzte Theater vor dem 2. Weltkrieg. Von 1935 - 1945 verbot das Naziregime dann jegliche Vereinstätigkeit.
Bereits im Mai 1946 hielten die Mitglieder, die noch in der Heimat waren oder aus dem Krieg zurückgekehrt waren, eine Versammlung ab, in der sie auch beschlossen, wieder mit dem Theaterspielen zu beginnen. Das Theaterstück "Auf Treu bis in den Tod" (es war eine Genehmigung von den Amerikanern erforderlich) musste sechs mal wiederholt werden, so groß war der Besucherandrang. Während dieser schweren Zeit war es wiederum Paul Meier der unermüdlich für den Burschenverein arbeitete und kämpfte.
Durch Monatsversammlungen und Bunte Abende versuchte man den Verein für die Jugend attraktiv zu machten. Trotzdem waren auch einige magere Vereinsjahre zu verzeichnen. So hatte unser Verein von Oktober 1952 bis Oktober 1956 keinen Vorstand. Auch das theaterspiel kam zum Erliegen. Im Oktober 1956 wurde Franz Appel, der von 1947-1952 den Verein geführt hatte, zum Ehrenvorstand ernannt. Nur durch seine rege Tätigkeit konnte sich der Verein über Wasser halten.
1957 trat der Burschenverein in die zweiten 50 Jahre seines Bestehens ein. Aus diesem Anlass feierten die Burschen am 12. Mai ein Fest. Das Fest begann mit dem Weckruf. Das Wetter war trüb und man hatte Angst, dass es regnen könnte. Der Festgottesdienst wurde in der Pfarrkirche von Hollenbach von Herrn Pfarrer Ziegler abgehalten. Danach traf man sich beim Wirt zu einem Garenfest. Trotz aller Befürchtungen strahlte die Sonne den ganzen Tag, so dass Biernachschub besorgt werden mußte.
1965 wurde auf Anregung von Herrn Pfarrer Flügel die Mädchengruppe gegründet. Nun wollte Herr Pfarrer Flügel, daß der Burschenverein aufgelöst werden sollte, um mit den Mädchen zusammen dei KLJB Hollenbach zu gründen. Doch die Mitglieder des Burschenvereins, sowie auch ehemalige Vereinsmitglieder und Vorstände wehrten sich strikt gegen diesen Plan. Seither besteht nun neben dem Burschenverein die Mädchengruppe Hollebach.
Am 06. und 07. Mai 1967 feierte man das 60 - jährige Gründungsjubiläum. Am Abend des 06. Mai wurde in der Gastwirtschaft Karmann in Dinkelshausen ein "Bunter Abend" veranstaltet. Am Morgen des 7. Mai gingen alle Burschen um 9.00 Uhr zur Festmesse. Mit einem deftigen Mittagessen und einer gemütlichen Tanzveranstaltung am Abend klang das Fest aus.
Auch um diese Zeit lief in unserem Verein nicht immer alles glatt. So traten am 8. August 1975 nach heftiger Diskussion die gesamten Mitglieder aus Dinkelshausen aus dem Verein aus. Im April 1978 konnten jedoch wieder einige Mitglieder aus Dinkelshausen gewonnen werden.
Am 30.04.76 wurde zur Fahnenweihe des Schützenvereins, nach 17 - jähriger Pause wieder ein Maibaum aufgestellt. Seither stellt der Burschenverein in Abwechslung mit den anderen Hollenbacher Vereinen im 2-Jahres-Rythmus den Maibaum auf.
Am 12./13. Juni 1982 wurde das 75 - jährige Gründungsfest gefeiert. Am Samstag marschierten die Hollenbacher Vereine mit der Blaskapelle zur Festhalle von Alois Heinrich. Bei einem Ehemaligentreffen ehrte der Burschenverein die alten Vorstände. Für Unterhaltung sorgten Volkstanzeinlagen und ein Lustakt, den Burschen und Mädchen einstudiert hatten.
Der eigentliche Festtag begann mit einem Weckruf und dem anschließenden Kirchgang. Der Festumzug mußte wegen schlechten Wetters mehrmals verschoben werden, konnte schließlich aber doch abgehalten werden. Am Abend stand ein lustiger Wettstreit mit acht Mannschaften unter dem Motto "Spiel ohne Grenzen" auf dem Programm.
Am 4. November 1987 wurde Ludwig Auernhammer zum Ehrenvorstand ernannt. Wie seine beiden Amtsbrüder Paul Meir und Franz Appel war auch er ein unermüdlicher Motor, wenn es darum ging beim Burschenverein etwas auf die Beine zu stellen. Sein Name ist untrennbar mit dem Hollenbacher Theater verbunden; als Theaterspieler und bis heute als Theaterregisseur wurde er im ganzen Landkreis und darüber hinaus bekannt.
Im Jahr 1992 konnten zum ersten mal in der Geschichte des Vereins Mitglieder aus der Ortschaft Seiboldsdorf gewonnen werden.
Ein Highlight der Vereinsgeschichte war das 85-jährige Vereinsjubiläum mit Fahnenweihe vom 17. bis 19. Juli 1992. Drei Tage lang platzte das Zelt aus allen Nähten. Am Freitag fand ein Klassentreffen aller ehemaligen Hollenbacher Schüler statt. Am zweiten Tag spielte die bekannte Showband "Dolce Vita", die das Publikum erst nach mehrmaliger Zugabe entließ. Bei herrlichsten Sommerwetter weihten wir, mit vielen Gastvereinen aus Nah und Fern, unsere neue Vereinsfahne. Den Schlusspunkt setzt Sonntag Abends unser "Wetten dass ...", dabei beteiligten sich zahlreiche Gastvereine mit interessanten Wetten z. B.
4 Burschen schlagen in 3 min. mehr Nägel in einen Holzbalken als unsere 14 Festdamen -> leider verloren
6 unserer Festdamen wechseln alle vier Räder an einem Auto schneller als 6 Automechaniker im Publikum -> gewonnen
Saalwette: der kpl. Gemeinderat muss als Mafiosi verkleidet auf die Bühne und singen. Text: Wir sind doch alle Verbrecher. -> sie kamen und sangen!
Um unsere neue Fahne zu zeigen und zu anderen Burschenvereinen Kontakte zu knüpfen besuchten wir in den letzten Jahren viele Fahnenweihen und Gründungsjubiläen in ganz Bayern.
Der Fasching war schon immer ein fester Bestandteil in unserem Vereinsleben. Seit 1993 wird nun wieder jedes Jahr für Alt und Jung ein Faschingsball abgehalten, der gerne und gut besucht wird.
Fronleichnman ist seit 1998, für unsere Mitglieder ein wichtiger Tag, den da werden jährlich die beiden Wattkönige des Vereins ermittelt. Dafür hat sich unser Verein eine eigene Watt-Königs-Scheibe angeschafft, auf der die Gewinner verewigt werden (intern gilt: Wattkönig ist das Höchste was man beim BV Hollenbach erreichen kann).
Die Gewinner bisher:
1998 - Roland Brandner und Martin Artner
1999 - Andreas Vogl und Stefan Schaff
2000 - Stephan Karmann u. Wastl Brandmayr
2001 - Michael Artner und Christian Braun
2002 - Michael Artner und Andreas Habermayr
2003 - Michael Artner und Christian Braun
Kartenspielen ist nicht die einzige sportliche Betätigung unserer Mitglieder, bei uns wird auch gekegelt, Minigolf gespielt, Eisstock und Stock geschossen, außerdem beteiligen wir uns immer wieder an Triathlons.
1999 war die Geburt des Burschenverein Weinfestes und der Winterwanderung. Bei diesem heißem Ereignis, wandern wir mit reichlich warmen Getränken zu einer Wirtschaft in der näheren Umgebung und verbringen dort ein paar "besinnliche" Stunden.
Unsere Theater-Wirtsleute, Josef und Ottilie Daferner, entschlossen sich 1999 einen neuen und größeren Saal zu bauen, dadurch entstand für uns eine neue und größere Bühne. Durch viele freiwillige Arbeitsstunden und Materialspenden konnten die dazugehörigen Kulissen und Acessoirs rechtzeitig zum Theaterstart fertiggestellt werden.
Das Jahr 2000 wurde für uns ein besonderes Jahr. Der Burschenverein Burgheim wollte im Sommer dieses Jahres sein 100 jähriges Gründungsjubiläum feiern und dazu benötigten sie natürlich einen Patenverein. Uns wurde die Ehre zuteil den Burgheimern bei ihrem Fest als Pate zur Seite zu stehen. Im März 2000 begann die Freundschaft unserer beiden Vereine mit dem Patenbitten und wurde bis heute durch viele gemeinsame Aktivitäten gefestigt und vertieft. Der 16. - 18. Juni wurde für alle Mitglieder und den Festdamen des BV Hollenbach ein unvergessliches Wochenende.
2001 wurde zum ersten Mal das Hoffest veranstaltet.
2002 wurde das II. Hoffest gefeiert
Im Jahr 2003 wurden erstmals Mitglieder aus Dezenacker in den Verein aufgenommen.
Im selben Jahr wurde wieder als "Höhepunkt" das III. Hoffest mit Hofrockparty veranstaltet.
1908, ein Jahr nach der Gründung des Burschenvereins, wurde unsere Fahne geweiht. Sie war bei der der Fahnenstickerei Auer - München für 665 Mark hergestellt worden. Dargestellt ist auf der einen Seite der Hollenbacher Kirchenpatron St. Quirinus mit seinen Attributen Mühlstein und Mitra, auf der anderen Seite ein Wanderer, der einen vor einem Feldkreuz stehenden Burschen grüßt. In den Ecken werden die Tugenden der Jugend "Glaube, Berufstüchtigkeit, Frohsinn und Heimatliebe" genannt.
1932 wurde die Vereinsfahne erstmals renoviert; diese Arbeit wurde von der Taubstummenanstalt in Hohenwart übernommen.
Im Dritten Reich schien die Burschenvereinsfahne spurlos verschwunden zu sein. Ehrenvorstand Paul Meier ging die Gefahr ein, sie zunächst vor Nazi-Schergen und später vor alliierten Souvenierjägern zu verstecken.
Diese Zeit hinterließ an der Fahne ihre Spuren, die zum 50 - jährigen Gründungsjubiläum 1957 beseitigt werden mussten. 1982 stand das 75 - jährige Gründungsjubiläum des Burschenvereins an. Ein Jahr zuvor zuvor war die Fahne (nun bereits zum vierten Mal!) gründlich renoviert worden.
Durch die vielen Reparatur- und Renovierungsarbeiten war die Burschenvereinsfahne zu einem der "gewichtigsten" Banner aller Hollenbacher Vereine geworden. Fachleute erklärten uns, daß eine erneute Reparatur nicht mehr möglich sei. Aus diesem Grund entschlossen wir uns schweren Herzens die Fahne in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken, solange sie sich noch in einem einigermaßen guten und ansehnlichen Zustand befindet.
Wir einigten uns darauf, bei der Fahnenstickerei Kössinger in Schierling eine würdige Nachfolgerin für unsere "alte Dame" zu kaufen. Nach vielen Sitzungen und Fahrten nach Schierling stand das Motiv der neuen Fahne fest.
Die Vorderseite zeigt im Mittelpunkt die Hollenbacher Kirche und darüber schwebend den Hl. Quirinus. In den vier Ecken sind die vier Ortskirchen abgebildet, aus denen die Mitglieder des Burschenvereins stammen: Dinkelshausen, Fernmittenhausen, Nähermittenhausen und Seiboldsdorf.
Die Rückseite zeigt, vor flacher Landschaft einen älteren Mann, der einem jüngerem Burschen die Hand reicht. Darunter ist der Spruch: "Freund der Jugend, Freundschaft fürs Leben" zu lesen.
Die vier Leitwörter in den Ecken zeigen wofür der Burschenverein steht: Glaube, Frohsinn, Freundschaft und Heimatliebe.